acity and youthful exuberance'. In Kapitel XIX wendet sich der Verfasser zu Daniel und Christ und Satan. Er hält es für durchaus unhaltbar, dass Daniel vom Ver- fasser der Genesis oder Exodus sei, über die abfassungszeit meint er: * its inferiority makes us say it does not matter a pin when it was written'. Bezüglich des ^Christ und Satan' stimmt Br. der dreiteilung bei, und zwar in der weise, wie sie ten Brink annahm. Dagegen stimmt er Gro- schopp bei, dass diese drei gedichte recht gut älter als der grösste teil von Genesis, Exodus und Daniel sein könnten. — Dass Daniel und Christ und Satan dem norden zugeteilt werden, ist eine annähme, die von Br. hier nicht weiter bewiesen wird. Kapitel XX ist überschrieben: Judith, and otber Csedmonian Poems. In dem ersten gedieht erblickt Brooke ^a poem of the cycle of Caedmon, written, it is most likely, in Northumbria'. Beides wird man zugeben (das erste allerdings mit dem von ihm selbst gemachten zusatze im ersten absatz von Kapitel XX). Hinsichtlich der von Brooke erwähnten ansiebt Cook's über die entstehung der Judith sei nur bemerkt, dass die- selbe nicht ganz neu ist, sondern sich schon bei Turner und Petrie findet.^ Das gedieht will Brooke als dichtung nicht so hoch stellen als es gewöhn- lich geschieht, gegen eine späte datierung spricht er sich entschieden aus. Bei gelegenheit der erwähnung des Kreuzes von Kuthwell möchte ich meine ansieht darüber aussprechen, die wol ziemlich mit der Brooke's übereinstimmt. Die grammatischen formen, die wir in der Inschrift finden, deuten wol auf die erste bälfte des achten Jahrhunderts hin. Deshalb möchte ich die anfertigung dieses kreuzes auf diese zeit ansetzen, ob- gleich das runenkreuz an sich auch eine bedeutend spätere zeit zuliesse. Die Inschrift auf dem Kreuze von Brüssel, die Logeman auffand, ähnelt wieder der jiinseres kreuzes. Wir dürfen also vielleicht annehmen , dass eine bestimmte Inschrift, aus versen des 7. Jahrhunderts bestehend (viel- leicht von Csedmon?), auf einer anzahl von kreuzen, die in ziemlicher menge im nördlichen England errichtet wurden ^, sich mit geringen abweichungen wiederholte. Diese Inschrift mag dem später lebenden Verfasser des Traumgesichtes vom heiligen kreuze (der aber sicherlich nicht Cynewulf 1 Vgl. Anfflia XI, 540 £ - Vgl. A Kinuner, Ancient Stone Grosses of Enghnd. Lond. 1875; auch K. Lentzner, Das Kreuz bei den Angelsachsen. Leipzig 1890. 230 I. ENGL. SPRACHE U. LITTERATÜB war^) in erinnerung gewesen und bei abfassung seiner dichtung benutzt worden sein. Mit dieser annähme wUrde sich alles befriedigend erklären. Mit den versen, die Beda auf seinem totenbette sprach, und denen, die sich in der briefsammlung Winfrids (Bonifacius) finden, schliesst dieses Kapitel. Kapitel XXI: Northiimbrian Literature otber thanEnglish fuhrt uns in die Lateinische literatur Nordhumbriens und behandelt die zeit von etwa 670 bis zu Bedas tod (735). Künig Ecjfrit^s regierung, unter dem WilfriÖ ansehen und macht im lande gewann, iEldfriÖ, der gelehrte künig und sein wirken wird behandelt und das schaffen Benedicts, CeolfriÖs, John of Beverley's und andrer dargestellt. Die Schriften Adamnans und des Eddius Stephanus werden kurz, die des Beda aus- führlich besprochen. Im beginne von Kapitel XXII, welches das Gedicht von Seele und Leib und die elegischen Gedichte zum gegenständ hat, ist eine betrachtung aufgenommen, dass, während Genesis, Exodus, Daniel, Christ und Satan und Judith gar nicht die persönlichkeit des dichters hervortreten Hessen, nun die folgenden sehr subjektiv seien. Dies ist zuzugeben, allein es liegt doch wol hauptsächlich in der art der dichtung : es sind lyrische, nicht epische dichtungen. Es sind dies: Streit zwischen leib und seele, Wanderer, Seefahrer, Klage der frau, Botschaft des ge- mahls. Brooke hebt hervor, Cynewulf sei auch ein subjektiver dichter, der jedem seiner grössern werke betrachtungen über sich selbst beifüge. Dies ist richtig, doch geschieht es in ganz andrer art und weise als in obigen fünf dichtungen. Ich kann daher durchaus nicht beistimmen, dass daraus die Nordhumbrische abstammung der dichtungen hervorgehen soll. Cynewulfs subjektive dichtung ist ganz andrer art als die in den fünf gedichten, Caedmon's lyrische dichtung (der Hymnus) vertritt wiederum eine andre art und weise. Daher ziehe ich einen ganz andern schlnss. In der spräche und ausdrucksweise dieser \ynk ist nichts, was uns zur annähme einer Nordhumbrischen entstehung berechtigt. BrandP macht in seiner geschichte der altenglischen literatur die treffende beobachtung, dass im Süden Englands im 12. — 14. Jahrhundert ganz besonders die lyrik, Bowol die eigentliche als die beschauliche, geblüht habe. Dies möchte ich auch schon auf die Angelsächsische zeit ausdehnen und den allgemeinen satz aufstellen, dass im norden besonders die epik (nach der kurzen Pe- riode der hymnischen lyrik) sich entwickelte, dagegen im süden die eigent- liche und die didaktische lyrik. Ich finde auch diese ansieht dadurch gestützt, dass das einzige örtlich festzustellende lyrische gedieht, die Ruine, sich auf Bath bezieht, also im süden, nicht im norden entstand. Ebenso ist durchaus kein grund vorhanden, obige gedichte dem norden zu zu teilen, sie gehören in den süden. Auch die didaktisch-lyrischen gedichte : Panther, Walfisch, Rebhuhn, vielleicht auch der Phoenix, dann die Denksprüche u. a., 1 Vgl. darüber hauptsächlich Ebert in den Sitzungsberichten der König]. Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften 1884. S. 81 ff. » Vgl. Paul's GrundrissII s. 611: *Auch sonst werden wir sie (die Sachsen) conservativ, bcscliaulich , lyrisch finden' und weiter besonders das s. (>2()— Ü3U gesagte.. I. ENGL. SPRACHE ü. LITTERATÜR. 231 wie die Gaben der Menschen, Der Menschen Geschicke , Der Menschen Gemüt, Der Menschen Falschheit, schliessen sich hier an. Manche der Rätsel (nach südlichen lateinischen dichtem abge&sst) sind gleichfalls hierher zu rechnen. Brooke gibt eingebende besprechungen der angeführten gedichte und grosse stücke in Übersetzung'. Eine abhandlung über die Rätsel (soweit sie sich nicht schon in IX und X finden) boschliesst diesen abschnitt. Brooke ist geneigt, sie alle Cynewulf, doch verschiednen abschnitten seines lebens, zuzuschreiben. Kapitel XXIII beschäftigt sich mit Cynewulf. Brooke tritt für die Nordhumbrische heimat des dichters ein und führt besonders noch die gründe hierfür an: 1 . If Cynewulf wrote the Riddles — and far the greater number of critics think he did — he was well acquainted with a stonn-lashed coast bordered with cliffs; with the life and business of sailors in their ships, and that the seas which he knew were not only tempestuous but froquently wei- tering with ice. It seems incredible that the writer of the riddles on the Anchor and the Tempests, to say nothing of others, could have lived Inland in Mercia, or on the low-lying coasts of Bast Anglia, or on the soutbem coasts of Wessex where ice was never seen in the sea, and where seamanship in the eighth Century was at a very low ebb. Dagegen lässt sich erwidern: wenn Cynewulf Seefahrer in früheren Jahren war, konnte er auch von der küste von Wessex in meere fahren, die mit eis trieben, und konnte nordische kUsten sehen. Dass aber die Seefahrt von den Sachsen, den nachkommen der auf der see weitbin be- kannten und gefürchteten Seefahrer, vernachlässigt worden sei, glaube ich nicht, bis ganz einleuchtende beweise kommen. Dass Cynewulf Mercier gewesen sei, braucht man ja nicht anzunehmen. 2. The Scenery of that Poem (Andreas) closely resembles the coast- scenery of the North. The writer was evideutly a sailor . . . No Inland man, no Mercian, is likely to have written that voyage. Zunächst ist es ^nzlich unwahrscheinlich, dass der Andreas von Cynewulf gedichtet wurde. Aber selbst dies unglaubliche zugegeben, so erledigt sich der zweite grund aus dem zu 1. gesagten. 3. Die ganze denkwcise Cynewulfs soll durchaus Nordhumbrisch sein. * All the personal portions are marked by regret and melancboly, not only for himself and bis sins, but for the world in which he lived' Dass das melancholische dement in der dichtung ein Nordhumbrien eigentümliches sei, kann leicht jemand behaupten, der, wie Brooke, den Wanderer, Seefahrer, Klage des gemahls, Leib und seele, Ruine u. a. dem norden zuteilt. Wer dies aber nicht tut, hat in den genannten gedichten genug beispiele, dass auch im Süden die melancholische lyrik vertreten ist Obgleich ich also die Nordhumbrische heimat für Cynewulf durchaus nicht als unmöglich halte, kann ich doch die drei beweise Brookes nicht für stichhaltig erklären. * Vgl. auch Notes (II A), wo sich eine Übertragung vom Wanderer und Seefahrer in blankversen findet. 232 I. ENGL. SPRACHE U. T.TTTERATÜR. Der vorf. geht dann auf die sicher echten werke Cynewulfs über und ordnet diese an, die Rätsel, Juliane, Christ, Fates of the Apostles, Elene^ An den schluss der dichterischen tätigkeit Cynewulfs setzt er ' das Tranm- gesicht vom heiligen Kreuze'. Ich schliesse mich nach wie vor der an- sieht an, dass dieses gedieht moderner als Cynewulf ist. Kapitel XXIV ist denSigned Poems of Cynewulf gewidmet, Juliane, Christ, Elene werden als die unbezweifelt echten eingehend be- sprochen und viele proben aus ihnen mitgeteilt. In Kapitel XXV werden dann angeschlossen die Unsigned Poems either by Cynewulf or by Men of his School. Es sind dies Gut^lac, Andreas, Höllenfahrt Christi, Phoenix und Traumgesicht vom hei- ligen Kreuze, lieber die echtheit oder unechtheit derselben ist schon soviel geschrieben worden, dass hier nichts weiter darilber gesagt werden soll. Hinsichtlich der von Gollancz aufgeworfenen frage über den schluss vom Christ und dem anfang vom GuÖlac bleibe ich bei meiner früheren ansieht^, auch Brooke stimmt Gollanez nur halb zu': ^'ihe Christ certainly ends better . . . at line 16(^3. It is not, so clear that the Gu61ac begins better where he (Gollancz) makes it beginn: Se biÖ jefeana faegrast.' Andreas wird von Brooke nicht für ein werk von Cynewulf gehalten, eher die Hüllenfahrt Christi und * wilh much more certainty' der Phönix. Von dem Panther, Walfisch und Rebhuhn hält es der verf. für möglich, dass sie aus der schule von York stammen. Ebenso die DenksprUche, die Gaben und die Geschicke der Menschen (vgl. aber dazu das zu kap. XXII bemerkte). Der abschnitt schliesst mit einer ausführlichen betrachtung des Traum- gosichtes vom heil. Kreuze. 4t is not possible to say with any certainty that its date falls within the last ten or twenty years of the eighth Cen- tury, or that it was even written by Cynewulf'.* Das letzte kapitel, Kapitel XXVI, hat The School of York zum gegenständ. York wurde nach Bedas tod (735) der mittelpunkt der Nordhumbrischen literatur und cultur, unter erzbischof Ecgberht (t 766) und dem gelehrten iE)7elberht. Letzterer sammelte überall bücher für die Yorker bibliothek. Zu dieser zeit lebte und wirkte Alcuin, der die schule von York weltberühmt machte. Doch noch vor dessen tod fanden arge Verheerungen der Dänen statt, die dann am anfang des 9. Jahrhun- derts, als noch innere unruhen dazu kamen, bald den gänzlichen nieder- > In den * Schicksalen der Apostel' sieht Brooke in dem Epilog eine Vorstudie zu dem Epilog zur Elene (vgl. II, 20.5 und s. 381) und setzt sie darum vor die Elene. lieber meine ansetzung vgl. Sitzungsberichte der Königl. Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften 1888. S. 209 fr. « Vgl. Anglia XV, Mitteilungen s. 338. 8 n. 243 oder s. 409. * Wenn Brooke meint (II, 283 oder s. 487) : *Wülker . . . goes so far as to include the discussion of it among the poems he classifies under the name of Csedmon', so ist dies richtig, aber damit halte ich es nicht für so früh entstanden, sondern mein verfahren wird gerechtfertigt, weil es gelehrte alles ernstes Csedmon zuschreiben wollten. Bei Cynewulf findet sich (Gnmdriss s. 189 — 196) nochmals die frage behandelt und ich spreche mich dort entschieden gegen Cynewulf aus, wie ich es vorher gegen Csed- mon tat. Ebcrts aufsatz war damals noch nicht erschienen. I. ENGL. SPRACHE U. LITTERATÜR. 233 gang der Nordhumbrischen litoratur nach sich zogen. Dass die schätze der Yorker bibliothek unter ^Elfreds herrschaft nach Westsachsen gebracht worden seien und damit auch die Nordhumbrische dichtung nach dem Süden, ist Brooke's ansieht, eine ansieht, der allerdings jede sichere unter- läge fehlt und gegen die vieles entschieden spricht. Von den Notes zum 2. teil wurde A schon erwähnt. Es folgen dann unter B und C die quellen zum Crist. Note D beschäftigt sich mit den Fates of the Apostles und dem Andreas und widerlegt die ansieht von Gollancz, als ob wir in dem ersten gedieht einen Epilog zum Andreas zu erblicken hätten Es ist hier Brooke entschieden beizustimmen. Note E enthält einen abdruck der runenstellen aus Cynewulfs werken. Note F endlich eine Übersetzung der Denksprüche. Am schluss dieser besprechung sei wiederholt, was schon am anfang derselben ausgesprochen wurde über den wert des buches. Wir haben es hier mit einer ganz bedeutenden arbeit zu tun, mit der ersten in England entstandenen geschichte der älteren Angelsächsischen dichtung, die auf selbständigen eingehenden Studien beruht. Trotzdem man manchem darin nicht beistimmen wird, vor allem der entschiednen neigung des Verfassers die ganze ältere dichtung Nordhumbrien zuzuweisen, freuen wir uns, dass dieses buch erschienen ist, das gar manche neue ausblicke eröffnet Hoffent- lich erscheint der zweite teil, der wol bis zur Normannischen eroberung geht, bald, damit wir die Angelsächsische literatur vollständig haben. Leipzig- Gohlis. Richard Wülker. Shakspere. Fünf Vorlegangen ans dem Nachlass von Bernhard ten Brink. Mit dem Bildniss des Verfassers, radirt von W. Krauskopf. Strassburg, Verlag von Karl J. Trttbner, 1893. VI und 160 S. 80. Preis : Mk. 2. Obwohl die vor dem Freien Deutschen Hochstift in Frankfurt ge- haltenen vortrage in anbetracht des zwar gebildeten, aber immerhin ge- mischten zuhürerkreises rein populäre ziele verfolgen, so hat sich doch Edward Schröder durch ihre herausgäbe aus dem nachlasse des Verfassers um die gesamte litteraturwissenschaft und besonders um die Sbakespeare- kunde ein grosses verdienst erworben. Denn besseres und schöneres ist seit Jahren nicht über den grossen dramatiker gesagt und geschrieben worden. Sowohl was ten Brink über die familien Verhältnisse Shakespeares, über das äussere und innere heranwachsen des Jünglings zum manne bei- bringt, als auch was er über die eutstehung der einzelneu dramen und über die Charakteristik Shakespeares als dramatiker, als komischen und tragischen dichter zu sagen weiss, legt nach form und Inhalt zeugnis da- von ab, was wir von ten Brink zu erwarten gehabt hätten, wenn er das wesen und schaffen seines lieblingsdicbters auf der breiten grundlage seiner englischen litteraturgeschichte den zwecken und zielen der Wissenschaft gemäss hätt